• Lebenskonflikt von Hans Giebenrath
  • Verhältnis Vater-Sohn
  • Die Kleinstadt: Bürgertum (Philister) contra Außenseiter
  • Rolle der Erzieher: Einfluss von Elternhaus und Schule
  • Rolle von Schuhmacher Flaig
Lebenskonflikt:
Der Lebenskonflikt von Hans Giebenrath besteht darin, dass ihn alle Menschen als einen Hochbegabten ansehen, und versuchen ihn immer weiter zu fördern. Dies wird in den ersten beiden Kapiteln des Romans schon sehr schnell deutlich.
Hans Giebenrath hat keine Freizeit vor dem Examen. Sein Vater Joseph verbietet ihm sogar angeln zu gehen, und befiehlt ihm stattdessen zu lernen. Aufgrund dieser ganzen Befehle, welche er durch mangelndes Selbstbewusstsein ausführt (warum er kein Selbstbewusstsein hat, werde ich noch erläutern), wird er mehr und mehr zum Außenseiter. Er hat keine Freunde mehr, da er für sie keine Zeit hat. Er sitzt wirklich den ganzen Tag nur vor den Aufgaben. Sein mangelndes Selbstbewusstsein kommt wohl auch daher zustande, genauso wie, dass er keine eigene Meinung vertritt. Das ist wie eine sehr traurige Kausalkette. Er bekommt vom Vater gesagt, dass er lernen soll, er tut das, verliert seine Freunde, lernt weiter, lernt immer mehr, weil er merkt, dass er etwas „besseres“ ist (daraus folgt: mögliche Arroganz), verliert die ihm bis jetzt vielleicht treu gebliebenen Freunde durch seine Arroganz…

Verhältnis Vater-Sohn:
Im folgenden Teil werde ich nun kurz auf das Verhältnis Vater-Sohn eingehen, wieweit ich es in den ersten beiden Kapiteln des Romans interpretiere.
Das Verhältnis der Beiden ist in gewisser Weise etwas „gestört“. Der Vater achtet zunächst gar nicht auf die Wünsche und Bedürfnisse seines Sohnes. Der Sohn wiederum führt auch alle Wünsche (…wenn man es noch Wünsche nennen kann. Ich würde es lieber als Befehle beschreiben) des Vaters aus. Es entsteht nicht etwa ein liebevolles, freundschaftliches Verhältnis, sondern eher eines, wie bei der Bundeswehr zwischen einem Vorgesetzten und einem Soldaten. (Ich denke dieser Vergleich passt sehr gut, da die Soldaten auch die Befehle ausführen müssen, die sie gesagt bekommen.) Der Vater möchte seinen Sohn immer mehr am lernen sehen, und geht erst ein wenig auf die Bedürfnisse ein, nachdem Hans im ersten Kapitel das Examen geschafft hat, indem er Hans zwei Mark gibt, mit denen er sich seinen Wunsch erfüllen kann (er kauft sich ein Messer, um eine Angelrute zu schnitzen).

Die Kleinstadt: Bürgertum (Philister) contra Außenseiter

Der nächste Teil beschäftigt sich nun mit der Gegenüberstellung des Bürgertums und der „Außenseiter“. Das Bürgertum bezeichnet der Autor in seinem Buch mit Philister.
Das Bürgertum sind eigentlich alle Menschen im Roman, die sind wie alle… (klingt komisch, ist aber so). Sie sind die Mehrheit. Als Außenseiter bezeichnet der Autor, die die anders sind. Zu den Philistern zählen unter anderem der Vater von Hans, der Rektor und der Stadtpfarrer. Den Außenseiter kann man sich jetzt schon denken. Richtig! Es ist Hans. Das wird deutlich, da im Roman alle Philister als reich beschrieben werden. Sie wohnen in einem großen Haus mit Garten. Sie sind nicht sehr wissensbegierig und legen großen Wert auf Tradition. Alle Menschen, die nicht in das Leben der Philister passen, sind die Außenseiter.
Sie sehen Hans als einen solchen an, da Hans eben sehr wissenshungrig ist. Er hat scheinbar große Freude in den Werken des Homer zu studieren und das Lukasevangelium zu kennen. Zudem interessiert er sich tierisch für Latein und Griechisch. Deshalb hat er auch so gut wie keinen Kontakt zu anderen Menschen, die ihm nichts Derartiges beibringen können. Er hat nur Hobbys die er alleine machen kann (z.B. angeln). Er redet nicht mit gleichaltrigen und hat auch das Bedürfnis danach nicht. Also scheint es ihm sogar nichts aus zu machen, dass er ein Außenseiter ist, und findet sich damit ab. Er lernt lieber und möchte später einmal einen in seinen Augen schönen Beruf erlernen, als jetzt als einer der Mehrheit zu gelten.

Rolle der Erzieher: Einfluss von Elternhaus und Schule?

Im nun folgenden Abschnitt möchte ich kurz meine Meinung über den Einfluss von Elternhaus und Schule auf eine Person niederschreiben. Ich denke, dass die Eltern und die Schule einen großen Einfluss auf einen Menschen, vor allem in seinen jungen Jahren, haben. Menschen werden durch ihr Umfeld geprägt. Man bildet sich durch den Einfluss von Schule und Elternhaus „eigene“ Meinungen, wobei es den Begriff der „eigenen Meinung“ eigentlich gar nicht geben dürfte, da alle Meinungen von anderen bestimmt sind.
In unserem Roman haben das Elternhaus (hier bestehend aus dem Vater), sowie die Schule einen großen Einfluss auf Hans. Hans wird gewissermaßen dazu gezwungen, zu lernen. Er tut das zwar auch mit Freude, diese Freude wurde aber auch von Elternhaus und Schule „erzwungen“. Daher denke ich, dass ohne den Einfluss dieser beiden prägnanten Dinge Hans nie so geworden wäre wie er ist, sondern genau so „faul und unmotiviert in Sachen Schule“ wie alle anderen Jugendlichen in seinem Alter geworden wäre.

Rolle von Schuhmacher Flaig?
Im letzten Abschnitt möchte ich jetzt noch kurz die Rolle des Schumacher Flaig eingehen. Er lebt in derselben Kleinstadt wie Hans.
Der Autor benutzt den Schumacher als eine Person, die zwar zum Bürgertum gehört, Hans auch unterstützen würde, ihn aber nicht nur am lernen sehen will. Man könnte ihn also als eine Art Mittelmann bezeichnen. Als ihm dann im zweiten Kapitel berichtet wird, dass er schon jetzt in den Ferien so etwas wie Vorbeugeunterricht bekommt, platzt ihm der Kragen und er nimmt sich Hans zur Brust. Er versucht Hans deutlich zu machen, dass das schlecht für ihn ist, und dass er sein Leben lieber genießen solle. Zudem schimpft er auf den Dorfpfarrer, der einer der Lehrer Hansens ist. Der Dorfpfarrer sei kein gläubiger Mensch. Deshalb solle Hans nicht zu ihm gehen, aber als Hans sagte, dass er dorthin gehen würde, bat ihn der Schumacher zu ihm zu kommen, sobald Hans etwas komisch vorkam. Wie der Schumacher nun weiteren Einfluss auf Hans hat, wird sich wohl noch zeigen.